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Ruhe und (Ent)spannung: Angeln beschert inneres Gleichgewicht

Aus unserer Serie „Corona-Hobbys“ – heute von Karsten

Handy aus, Angel raus – es ist dieser Moment, der mich komplett entspannen lässt. Den Blick über das Wasser schweifen lassen, im Angelstuhl versinken und einfach nur die Ruhe genießen. Konsequent abschalten. Während der Corona-Pandemie gibt mir das Angeln den nötigen Ausgleich zum Home-Office – es bringt mich auf andere Gedanken und schenkt mir mein inneres Gleichgewicht. Und noch viel mehr.

Es ist der Mix aus Entspannung und Spannung – denn niemand weiß, wann der Fisch des Lebens den Köder schluckt. Es kann jede Sekunde passieren. Heute passiert nicht viel – kein Biss, kein Fisch. Ein verlorener Angeltag? Nein, ganz im Gegenteil – die Sonne kitzelt die Nasenspitze – es scheint, als schwimmen tausende Diamanten auf der Wasseroberfläche. Traumhaft. Unbezahlbar.

Mein Sohn (16) und ich angeln schon seit vielen Jahren gemeinsam. Als ich ihn das erste Mal zum Steg mitnahm, war er gerade einmal sechs Jahre. Immer wieder probierten wir, die Angel gemeinsam auszuwerfen. Und siehe da, nach zehn Versuchen hatte er den Dreh schon raus. Und er war gefangen – gefangen von der Angelleidenschaft. Ganze fünf Stunden blieb er mit mir am Wasser, am kommenden Morgen weckte er mich dann gegen 4.30 Uhr. „Jetzt ist die beste Zeit zum Fischen“, meinte er. Dem konnte ich natürlich nicht widersprechen. Und so saßen wir gegen 5 Uhr gemeinsam auf unserem Angelsteg – mit einem heißen Kakao für den Sohnemann, mit dampfendem Kaffee für mich. Stunde um Stunde verging – wir schnacken über die Geheimnisse der Welt, die größten Hechte und andere Dinge, die unser Leben prägen. Als Oma zum Mittagessen rief, nickte mein Sohn kurz, rannte zu Oma und kam mit zwei belegten Broten zurück. „Ich habe Oma erklärt, dass wir heute keine Zeit für Mittagessen und Abendbrot haben – wir wollen ja die ganze Nacht durchangeln…“

Genau an diese Geschichten erinnere ich mich, wenn ich an das Angeln denke – an die gemeinsamen Erlebnisse mit meinem Sohn, mit Freunden. Überragend.

Wenn Du auch Deinen inneren Frieden am Ufer finden möchtest, solltest Du jedoch Folgendes beachten:

Wer in Deutschland angeln möchte, braucht ab dem 14. Lebensjahr einen Fischereischein. Diesen kann man in einem Wochenend-Seminar erwerben – Kurse werden regelmäßig überall in Deutschland angeboten. Der Fischereischein ist mit dem Auto-Führerschein vergleichbar. Wer ohne Schein erwischt wird, dem droht eine Anzeige wegen Wilderei – und das kann teuer werden.

Einzige Ausnahme: Der Touristen-Fischereischein in Mecklenburg-Vorpommern. Diesen können Urlauber kaufen – auch ohne Fischereischein.

Neben dem Fischereischein ist eine Gewässerkarte Pflicht. Heißt: Ich muss immer wissen, wem das Gewässer gehört, in dem ich angle. Die Gewässerkarte ist quasi meine Pacht für den Besitzer des Gewässers.

Mehr Infos zum Thema „ABC des Angelns für Einsteiger“ gibt es hier.

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